• Die 1963 gegründete Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung ist eine private Stiftung des bürgerlichen Rechts zur Förderung der Forschung und Ausbildung auf dem Gebiet der Naturwissenschaften.

  • Seminar im „WE-Heraeus-Hörsaal“ des Physikzentrums Bad Honnef. Die Reihe „WE-Heraeus-Seminare“ ist das Flaggschiff im Förderprogramm der Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung.

  • Die Stiftung fördert Lehrerfortbildungen zur Teilchenphysik, Quantenphysik oder Astronomie, die z.B. am XLAB in Göttingen durchgeführt werden.

  • Schüler-Observatorium auf dem Dach eines Gymnasiums: An 6 identischen Teleskopen kann eine komplette Klasse Sterne und die Sonne beobachten. Ein Beitrag der Stiftung zum modernen Physikunterricht.

  • Die Stiftung initiiert und finanziert Buchproduktionen zur Verbreitung von Faktenwissen über gesellschaftlich bedeutende Themen (für SchülerInnen) sowie zur Ausbildung von LehrerInnen.

Seniorprofessuren − für innovative Ausbildungskonzepte
im Fach Physik

Mit der Ausschreibung von WE-Heraeus-Seniorprofessuren werden Fachwissenschaftler/innen ermutigt, sich nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst der Verbesserung der Lehre an ihrer Hochschule zu widmen.

 

Die WE-Heraeus-Seniorprofessur wird seit 2008 an erfahrene Fachwissenschaftler/innen aus der Physik vergeben. Bis 2012 war die Seniorprofessur ausschließlich auf die Verbesserung der Situation von Lehramtsstudierenden ausgerichtet. Inzwischen hat 
die Stiftung die Bestimmung verallgemeinert zu einem „innovativen Beitrag zur Ausbildung im Fach Physik“, d. h. ohne Beschränkung auf die Lehrerausbildung, auch wenn diese weiter im Fokus der Förderung bleiben soll.

 

Ideale Kandidat(inn)en sind Wissenschaftler(innen) mit hoher fachlicher Reputation, langjähriger Erfahrung in der Lehre, Akzeptanz in ihrer Fakultät und überzeugendem Engagement in Fragen der Lehrerausbildung und des Schulunterrichts. Mit einer „Wilhelm und Else Heraeus-Seniorprofessur“ soll das Ansehen des Inhabers innerhalb seiner Fakultät und auf Hochschulebene gestärkt und seine Bemühungen um eine bessere Lehrerausbildung aufgewertet werden. Die Auszeichnung soll nur dort vergeben werden, wo sichergestellt ist, dass ein Fachbereich den Stelleninhaber bei seiner Arbeit massiv unterstützt.

 

Bewerbungen sind jederzeit möglich. 

 

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Ausschreibung

 

Folgende Seniorprofessuren wurden bisher vergeben:

Prof. Dr. Annette Zippelius (2017  2020)

Annette Zippelius (im Foto mit dem Vorstandsvorsitzenden der Stiftung Joachim Treusch (links) und Forschungsdekan Tim Salditt) engagiert sich seit vielen Jahren in der Ausbildung von Gymnasiallehrern. Im Rahmen ihrer Seniorprofessur möchte sie zeigen, wie sich Schülerinnen und Schüler anhand der Biophysik an hoch aktuelle Fragen der Forschung heranführen lassen, und zwar ohne große mathematische Vorkenntnisse. Ihr Arbeitsprogramm zielt daher auf die Weiterentwicklung der gymnasialen Lehrerbildung an der Universität Göttingen. Dazu gilt es zunächst, die neuen Inhalte in die Lehrerausbildung zu integrieren, bevor in einem zweiten Schritt Materialien für den Unterricht entwickelt werden sollen. Ihr Programm umfasst auch, die neuen Lehreinheiten an Schulen zu erproben oder am XLAB, mit dem Frau Zippelius eng zusammenarbeitet.

 

 

Prof. Dr. Karl-Heinz Lotze (2016 – 2019)

Karl-Heinz Lotze blickt auf 40 Jahre Berufserfahrung bei der Vermittlung mathematisch-physikalischer und astronomischer Kenntnisse zurück, die er im Rahmen der Seniorprofessur weiterhin an Lehrer und Studenten weitergeben wird. Die Vorlesungen des Physik- und Astronomiedidaktikers genießen Kultstatus. Dass er ein besonderes Händchen dafür hat, die Begeisterung für sein Fach weiterzugeben, belegen u.a. die jährlichen Lehrerfortbildungen in der Astronomie an der Universität Jena. Diese Fortbildung folgt ebenso wie sein Engagement bei den deutsch-italienischen Sommerschulen „Astronomy from four Perspectives“ oder das geplante Buch „Understanding Cosmology“ dem Kerngedanken „Physik lernen durch Astronomie“. Darüber hinaus beabsichtigt Herr Lotze, das kürzlich erstmals durchgeführte Doktorandenseminar zur Physikdidaktik zu einer festen Einrichtung zu machen.

 

Prof. Dr. Wolfgang Kinzel (2015 – 2018)

Wolfgang Kinzel hatte bis zu seiner Pensionierung einen Lehrstuhl für theoretische Physik an der Universität Würzburg inne mit Forschungsschwerpunkten Statistische Mechanik, Computational Physics und Physik komplexer Systeme. Während seiner Lehrtätigkeit hat Prof. Kinzel immer wieder neue Kurs- und Spezialvorlesungen konzipiert und durchgeführt und in den letzten Jahren verstärkt die Ausbildung der Lehramtsstudierenden übernommen. Insbesondere hat er eine eigenständige Vorlesung zur Theoretischen Physik für das Lehramtsstudium eingeführt. Im Rahmen seiner Seniorprofessur wird er diesen Kurs und die Vorbereitung auf das Staatsexamen auf die ganzheitliche und exemplarische Sicht der Physik umstellen, wie sie den DPG-Thesen für ein modernes Lehramtsstudium (Studium sui generis) entspricht. Darüber hinaus möchte er die Empfehlungen der DPG in einem Lehrbuch zur Theoretischen Physik aufgreifen und sich an der Gestaltung des bayerischen Staatsexamens der Theoretischen Physik beteiligen.  

Zu den Vorlesungen „Klassische Mechanik und Quantenmechanik“ sowie „Elektrodynamik, Spezielle Relativitätstheorie und Thermodynamik“ sind die Skripten online verfügbar (Webseite).

 

Prof. Dr. Christoph Buchal (2014 – 2019)

Christoph Buchal, wissenschaftlicher Mitarbeiter des FZ Jülich und apl. Professor an der Universität zu Köln, wird für seinen vorbildlichen Einsatz in der Schüler- und Lehrerausbildung ausgezeichnet. Die Stiftung würdigt damit seine Verdienste bei der Aufbereitung und Vermittlung gesellschaftsrelevanter Themen für Schüler und Schülerinnen, Lehrer und Lehrerinnen und für ein breites Publikum. Christoph Buchal hat – teilweise mit Unterstützung der Stiftung – mehrere Bücher geschrieben, die allesamt sehr hohe Auflagen erreicht haben, komplexe wissenschaftliche Zusammenhänge und umfangreiches Faktenmaterial in leichter Lesbarkeit vermitteln und dabei streng wissenschaftliche Neutralität wahren. Vielfach werden die Bücher im Schulunterricht eingesetzt. Mit diesen Werken wie auch in öffentlichen Vorträgen und sog. Schülersymposien hat Buchal dazu beigetragen, namentlich unter Jugendlichen ein Problembewusstsein für die großen Herausforderungen unserer Gesellschaft zu schaffen. Buchal ist ein hervorragender Botschafter der Wissenschaft mit einem sehr guten „Draht“ zur Jugend. Die WE-Heraeus-Seniorprofessur soll es ihm ermöglichen, auch weiterhin in der Schüler- und Lehrerausbildung aktiv zu bleiben. Er wird dabei intensiv mit dem Science College im Haus Overbach, dem Forschungszentrum Jülich und der Universität zu Köln zusammenarbeiten.
 

Prof. Dr. Ludger Wöste (2014 – 2019)

Ludger Wöste hat während seiner Dienstzeit als Hochschullehrer an der FU Berlin herausragende Leistungen in Forschung und Lehre erbracht. In der Lehre war es ihm ein stetes Anliegen, die Faszination der modernen Naturwissenschaften einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen und mittels anschaulicher Experimente insbesondere junge Menschen zu begeistern. Vor diesem Hintergrund hat er zahlreiche Kontakte mit Schulen seiner Umgebung aufgebaut, die Vorführung moderner Experimente in Schulen organisiert („Experimentierköfferchen“) und Lehrer und Lehrerinnen fortgebildet. Mit der Verleihung einer WE-Heraeus-Seniorprofessur würdigt die Stiftung dieses Engagement und ermöglich Prof. Wöste, auf diesem Weg weiter zu gehen. Die FU Berlin stellt ihrerseits Ressourcen und Infrastruktur für Wöstes Arbeit zur Verfügung.

 

Prof. Dr. Reinhold Rückl (2014 – 2019)

Reinhold Rückl ist ein international renommierter Theoretischer Teilchenphysiker, dem es immer am Herzen lag, nicht nur Studierende seiner Universität Würzburg, sondern auch die breite Öffentlichkeit für die großen Themen der Physik zu begeistern. Er hat nach seiner Pensionierung regelmäßig Vorlesungen gehalten, Forschungsprojekte im Begabten-Studiengang seiner Universität betreut und zahlreiche begeisternde Vorträge vor Schülern und Schülerinnen, aber auch vor Lehrkräften und der Öffentlichkeit gehalten. Im Rahmen der WE-Heraeus-Seniorprofessur wird er dieses Engagement fortsetzen und verstärken. Dabei ist eine intensive Zusammenarbeit mit dem Würzburger Didaktikzentrum M!ND (Mathematisches, Informationstechnologisches und Naturwissenschaftliches Didaktikzentrum) geplant. M!ND bietet Schülerinnen und Schülern attraktive Lernangebote auf unterschiedlichen Anforderungsniveaus und ist auch in der MINT-Lehrerausbildung aktiv. Die physikalischen Bereiche des Zentrums wurden von der WE-Heraeus-Stiftung mehrmals finanziell unterstützt.

 

Prof. Dr. Dr. h.c. Peter Thomas, U Marburg (2013 – 2018)

Im Rahmen der Seniorprofessur überträgt Prof. Thomas seine in der Vergangenheit erarbeiteten Lehrkonzepte auf die Ausbildung von Lehramtskandidaten im Fach Physik. Insbesondere soll in enger Zusammenarbeit mit erfahrenen Fachlehrern der Theoriekurs für Lehramtsstudierende neu strukturiert werden. An geeigneten ausgewählten Schwerpunktthemen sollen zukünftige Lehrer und Lehrerinnen exemplarisch Einsicht in das Vorgehen und die Erkenntnisse der Theoretischen Physik erhalten. Neue Wege geht Peter Thomas auch in der Kommunikation mit den Studierenden und der Messung des Lern- und Lehrerfolges. In seinen Vorlesungen soll ein Audio Response System („Clicker“) zum Einsatz kommen, für das Thomas einen Kanon von Konzeptfragen erarbeitet. Mit der Auszeichnung würdigt die Stiftung Professor Thomas‘ langjährige Erfolge in der Lehre und zugleich seine persönliche Entscheidung, sich nach seiner Pensionierung dieser Aufgabe mit neuer Zielsetzung widmen zu wollen. 

 

Prof. Dr. Peter Richter, U Bremen (2011 – 2014)

Arbeitsschwerpunkte: Neue Lehrkonzepte der Theoretischen Physik, intensive Mitarbeit an der DPG-Studie „Ausbildung im Lehramt Physik“

 

Prof. Dr. Peter Reineker, U Ulm (2010 – 2014)

Arbeitsschwerpunkte: Konzeption, Entwicklung, Durchführung der neuen Vorlesung Elektrodynamik, Konzeption der Veranstaltung „Physik im Alltag“, Neuentwicklung einer Vorlesung / Seminar zur Vermittlung hochaktueller Forschungsaktivitäten, die speziell in Ulm nicht durch Forschung vertreten sind (z.B. Hochenergiephysik), Koordination der Zusammenarbeit mit dem SFZ Bad Saulgau

 

Prof. Dr. Ingolf Hertel, HU Berlin (2010 – 2013)

Arbeitsschwerpunkte: Ringvorlesung „Moderne Physik und Schule“ (2 SWS, Blockseminar in den Ferien), Seminar zur Betreuung des 4-wöchigen Forschungspraktikums für Lehramtsstudierende, Leitung der AG zur Erarbeitung der DPG-Studie „Ausbildung im Lehramt Physik“ (zusammen mit S. Großmann) - Weiter ...

 

Prof. Dr. Peter Schmüser, U Hamburg (2009 – 2012)

Arbeitsschwerpunkte: Ausarbeitung von Theorie-Vorlesungen für LA-Studierende „Theoretische Physik für Studierende des
Lehramts 1 / 2" - Weiter ...

 

Prof. Dr. Franz Eisele, U Heidelberg (2008 – 2011)

Arbeitsschwerpunkte: Aufbau und Weiterentwicklung der Praktika für LA-Studierende, Studienplanentwicklung, Prüfungsordnung, Experimente an „Stützpunktschulen“