• Die 1963 gegründete Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung ist eine private Stiftung des bürgerlichen Rechts zur Förderung der Forschung und Ausbildung auf dem Gebiet der Naturwissenschaften.

  • Seminar im „WE-Heraeus-Hörsaal“ des Physikzentrums Bad Honnef. Die Reihe „WE-Heraeus-Seminare“ ist das Flaggschiff im Förderprogramm der Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung.

  • Die Stiftung fördert Lehrerfortbildungen zur Teilchenphysik, Quantenphysik oder Astronomie, die z.B. am XLAB in Göttingen durchgeführt werden.

  • Schüler-Observatorium auf dem Dach eines Gymnasiums: An 6 identischen Teleskopen kann eine komplette Klasse Sterne und die Sonne beobachten. Ein Beitrag der Stiftung zum modernen Physikunterricht.

  • Die Stiftung initiiert und finanziert Buchproduktionen zur Verbreitung von Faktenwissen über gesellschaftlich bedeutende Themen (für SchülerInnen) sowie zur Ausbildung von LehrerInnen.

Ausstellungen / Museumsprojekte

 

Die Stiftung beteiligt sich gelegentlich fördernd an wissenschaftlich-technischen Sonderausstellungen oder an Museumsprojekten.

 


2015/2016: Ausstellung „Einstein inside”

Die von der Stiftung geförderte multimediale Mitmachausstellung „Einstein inside” anlässlich des 100. Geburtstags der Allgemeinen Relativitätstheorie präsentiert eine anschauliche, unterhaltsame und leicht verständliche Ein­füh­rung in die Welt der Relativitätstheorie. Inter­aktive Explorationen, Multimedia-Stationen, Visualisierung und Animationen bieten für jeden einen passenden Zugang zu einer fantastischen, dabei doch realen Welt. Nach der Eröffnung in der Urania Berlin wird die Ausstellung auch an anderen Orten gezeigt werden (Webseite der Ausstellung).

 


2013/2014: Wolfgang-Paul-Sonderausstellung im Deutschen Museum Bonn

Die Stiftung hat ein Vermittlungskonzept finanziert, mit dem Arbeitsweise und Erkenntnisschritte der Atom- und Teilchenphysik auf erlebnisorientierte Art nachvollziehbar gemacht werden sollen. Adressaten waren Schüler und Schülerinnen der Sekundarstufen I und II. Herzstück war ein interaktives mechanisches Modell einer Ionenfalle.

 

 


2009/2010: „Hörbilder“ – Physik entdecken im Deutschen Museum München

Die Stiftung ermöglichte die Realisierung eines innovativen Projekts des DM, das vom Bayerischen Rundfunk unterstützt wurde. Darin sollten sich Schüler aus Hauptschulklassen 6 – 8 anhand von Exponaten des DM forschend mit naturwissenschaftlich-technischen Inhalten auseinandersetzen und die so gewonnenen Kenntnisse in Sprache fassen und an Jugendliche weitergeben. Die unter Anleitung von DM-Experten verfassten Skripte für die sogenannten Hörbilder wurden nach Sprechtraining aufgezeichnet und die besten davon auf die Homepage des DM gestellt. Heruntergeladen auf den eigenen mp3-Player, konnten die Texte beim Museumsbesuch oder zuhause abgehört werden. Die teilnehmenden Klassen erhielten zusätzlich eine CD mit den „Hörbildern“. Schließlich wurden Lehrkräfte fortgebildet mit dem Ziel, mit ihren Klassen selbstständig solche „Hörbilder“ zu erstellen.


2007 - 2009: Wanderausstellung „Weltraumforschung“

Aus Anlass des „International Heliophysical Year“ (IHY) organisierte der deutsche IHY-Koordinator, Prof. Heber, Kiel, gemeinsam mit dem Rat deutscher Planetarien und Fachgremien der DPG eine Wanderausstellung, die eine Reihe von Weltrauminstrumenten, wissenschaftlichen Simulationen und Auswertungen präsentierte. Das Ziel war, insbesondere Schülern und Schülerinnen einen unmittelbaren Zugang zur astrophysikalischen Forschung zu eröffnen. Die Anbindung an Planetarien garantierte einen möglichst breiten Besucherstrom sowie die didaktische Aufbereitung der Exponate und des interaktiven Zugangs. Zentraler Bestandteil war die Sammlung „Das Reich der Sonne“ mit Modellen der Raumsonden SOHO, Ulysses, Helio und Champ. Mit Unterstützung der Stiftung konnte die Ausstellung im Zeitraum 2007 – 2009 jeweils mehrere Wochen in Bochum, Hannover, Mannheim, Berlin, Kiel, Nürnberg, Flensburg, Lübeck, Halle und Cottbus (zusammen 250.000 Besucher) gezeigt werden. Die Stiftungsmittel wurden u.a. für die Entwicklung der Ausstellung, den Transport der Exponate, Reisekosten von Referenten und die Erstellung einer begleitenden DVD verwendet.     


2004/2005: Einstein-Ausstellungen

Aus Anlass des 125. Geburtstages von Albert Einstein fand bereits 2004 eine große Einstein-Ausstellung im Stadthaus Ulm statt, die von Bundespräsident Rau eröffnet wurde und tausende Besucher anzog. Das Presseecho füllte einen 4 cm dicken Band. Zu den größten Attraktionen der Ausstellung gehörten zwei interaktive Exponate, die von Prof. Ruder (Astrophysik Uni Tübingen) aufgebaut und von der Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung finanziert wurden.

 

Exponat 1 war die Simulation einer Fahrradfahrt durch Tübingen mit nahezu Lichtgeschwindigkeit. Der Aufbau besteht aus einer 3 x 5 m großen gebogenen Leinwand, auf die mit einem Hochleistungsbeamer das Straßenbild von Tübingens Altstadt projiziert wird. Der Besucher sitzt auf einem umgebauten Trimm-dich-Fahrrad vor der Leinwand und kann durch Tritt in die Pedale seine (simulierte) Geschwindigkeit bis nahezu Lichtgeschwindigkeit steigern. Über einen Hochleistungsrechner werden die relativistischen Verzerrungen der Häuserfassaden berechnet, die auf der Leinwand eindrucksvoll sichtbar werden.

 

Exponat 2 zeigte, wie ein Schwarzes Loch (SL) den Lichtweg krümmt. Auf einem Touchscreen kann der Besucher die Masse des SL und seine Position zwischen einem ebenfalls wählbaren astronomischen Objekt und sich selbst (als Beobachter) einstellen. Auf einem großen Plasmabildschirm ist dann gut nachvollziehbar die relativistische Verzerrung des Lichtweges durch das SL zu erkennen. Ebenso kann das SL zwischen eine Videokamera über dem Plasmabildschirm und dem Besucher platziert werden.

 

Neben den Komponenten für diese Exponate stellte die Stiftung für die Ulmer Ausstellung weitere Hardware (Computer, Flachbildschirme) zur Verfügung, die in ca. einem Dutzend Stationen zur Erklärung des physikalischen Hintergrundes der Speziellen Relativitätstheorie zum Einsatz kam.

 

2005 war Exponat 1 mitsamt einigen „erklärenden Stationen“ auf der Einstein-Ausstellung „Abenteuer und Erkenntnis“ im Deutschen Museum München ausgestellt. Es war dort ein großer Publikumsmagnet. Mit Abschluss der Ausstellung im Deutschen Museum wurden das Exponat sowie die „erklärenden Stationen“ dem Museum als Spende überlassen. Darüber hinaus war ein Nachbau dieses Exponats Bestandteil der Einstein-Ausstellung an Bord des Schiffes MS Einstein. Dieses legte zwischen Mai und September 2005 in 36 Städten entlang der deutschen Wasserstraßen an. Die Ausstellung verzeichnete mehr als 100.000 Besucher.

 

Exponat 2 war 2005 ein herausragender Bestandteil der großen nationalen Einstein-Ausstellung in Berlin, Kronprinzenpalais. Nach Abschluss dieser Ausstellung wurden die Geräte als Spende an die Deutsche Physikalische Gesellschaft weitergegeben mit der Auflage, das Exponat auf Dauer im Foyer des Wilhelm und Else Heraeus-Hörsaals zu installieren.

 

Duplikate der genannten Exponate werden seither leihweise Schulen zur Verfügung gestellt (siehe „Einsteinmobil“)


2000: Jubiläumswoche „100 Jahre Quantentheorie"

Im Rahmen dieses Jubiläums finanzierte die Stiftung eine Ausstellung in der Staatsbibliothek Berlin, die auf große Resonanz stieß. Tausende von Besuchern informierten sich über die Historie der Entdeckung des Wirkungsquantums, und auch die Medien zeigten starkes Interesse. In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Philologenverband wurden zahlreiche Führungen für Schülergruppen durchgeführt. Der 120 Seiten starke Ausstellungskatalog (in Deutsch und Englisch) fand ebenfalls große Beachtung. Ein Teil der Exponate wurde 2001 in der Aula der Österreichischen Akademie der Wissenschaften ausgestellt.