• Die 1963 gegründete Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung ist eine private Stiftung des bürgerlichen Rechts zur Förderung der Forschung und Ausbildung auf dem Gebiet der Naturwissenschaften.

  • Seminar im „WE-Heraeus-Hörsaal“ des Physikzentrums Bad Honnef. Die Reihe „WE-Heraeus-Seminare“ ist das Flaggschiff im Förderprogramm der Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung.

  • Die Stiftung fördert Lehrerfortbildungen zur Teilchenphysik, Quantenphysik oder Astronomie, die z.B. am XLAB in Göttingen durchgeführt werden.

  • Schüler-Observatorium auf dem Dach eines Gymnasiums: An 6 identischen Teleskopen kann eine komplette Klasse Sterne und die Sonne beobachten. Ein Beitrag der Stiftung zum modernen Physikunterricht.

  • Die Stiftung initiiert und finanziert Buchproduktionen zur Verbreitung von Faktenwissen über gesellschaftlich bedeutende Themen (für SchülerInnen) sowie zur Ausbildung von LehrerInnen.

643. WE-Heraeus-Seminar

Impact of 3D magnetic fields on hot plasmas

 

Seit mittlerweile mehr als einem halben Jahrhundert läuft die Entwicklung von Tokamaks und Stellaratoren hin zu der Energiequelle der Zukunft. Wie sich gezeigt hat, lässt der verbesserte magnetische Einschluss im Hinblick insbesondere auf Instabilitäten und die Wechselwirkung mit der Wand immer noch großen Raum für Verbesserungen. Sowohl bei Tokamaks als auch bei Stellaratoren spielen 3D-Effekte durch Störfelder und die intrinsische 3D-Struktur des Magnetfelds eine wichtige Rolle, um einerseits instabilitätsbedingte Schäden zu vermeiden und zu verringern und andererseits die Wärmelasten auf den Wandelementen, wie den Divertoren, zu optimieren.

 

Vom 22. bis 24. Mai 2017 wurde das gemeinsame 643. WEH-Seminar und der 8. International Workshop on Stochasticity in Fusion Plasmas im Physikzentrum Bad Honnef abgehalten. Die Themen umfassten den Einfluss von 3D-Feldern auf heiße Plasmen, das Verhältnis von 3D-Topologie und magnetischen Störfeldern, Plasma-Gleichgewichte, magnetischer Einschluss, Turbulenz, Instabilitäten, Disruptionen und Plasma-Wand-Wechselwirkung.

 

Wissenschaftler aus 12 Ländern präsentierten 29 Vorträge und 32 Poster, tauschten Wissen und Erfahrungen aus und teilten Perspektiven zukünftiger Konzepte. Ein wichtiger Faktor für den Erfolg des Seminars war die ausgesprochen zuträgliche Atmosphäre im Physikzentrum, welche es jungen Wissenschaftlern erlaubt, im Gespräch und in Diskussionen mit erfahrenen Kollegen ihres Feldes aus aller Welt bis in den späten Abend zu lernen.

Die Beiträge des Seminars unterstrichen die Bedeutung der 3D-Effekte in Fusionsplasmen, da sie bei dem Stellarator Wendelstein 7-X und auch bei dem internationalen Tokamak ITER zum optimalen Betrieb und zur Vermeidung von Schäden durch Instabilitäten gebraucht werden. Im Verlauf des Seminars hat sich gezeigt, dass die Forschung für Stellaratoren und Tokamaks mittlerweile große Schnittmengen hat und weitere Diskussionen zwischen den beiden Forschergruppen wichtig und notwendig sind.

 

Wir möchten unsere Dankbarkeit gegenüber der Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung für ihre beispielhafte Unterstützung zum Ausdruck bringen.

 

Prof. Dr. Yunfeng Liang, FZ-Jülich; Prof. Dr. Oliver Schmitz, University of Wisconsin; Prof. Dr. Thomas Sunn Pedersen, IPP-Greifswald; Dr. Valentin Igochine, IPP-Garching