• Die 1963 gegründete Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung ist eine private Stiftung des bürgerlichen Rechts zur Förderung der Forschung und Ausbildung auf dem Gebiet der Naturwissenschaften.

  • Seminar im „WE-Heraeus-Hörsaal“ des Physikzentrums Bad Honnef. Die Reihe „WE-Heraeus-Seminare“ ist das Flaggschiff im Förderprogramm der Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung.

  • Die Stiftung fördert Lehrerfortbildungen zur Teilchenphysik, Quantenphysik oder Astronomie, die z.B. am XLAB in Göttingen durchgeführt werden.

  • Schüler-Observatorium auf dem Dach eines Gymnasiums: An 6 identischen Teleskopen kann eine komplette Klasse Sterne und die Sonne beobachten. Ein Beitrag der Stiftung zum modernen Physikunterricht.

  • Die Stiftung initiiert und finanziert Buchproduktionen zur Verbreitung von Faktenwissen über gesellschaftlich bedeutende Themen (für SchülerInnen) sowie zur Ausbildung von LehrerInnen.

WE-Heraeus Summer School

Physics of the Ocean

Ziel dieser Sommerschule, die vom 9. bis 14. Juli 2017 bereits zum dritten Mal im Physikzentrum Bad Honnef stattfand, war es, den Teilnehmern einen Überblick über die vielfaltigen Aspekte der physikalischen Ozeanographie zu geben. Die 33 Teilnehmerinnen und 24 Teilnehmer aus 15 Ländern, darunter Brasilien, Uruguay, Mexiko, USA, Russland, Indien, Australien und Südafrika, sollten dabei lernen, das komplexe, bisweilen chaotische System „Ozean“ besser zu verstehen. Die Vorlesungen behandelten Theorie und Modellierung der Ozeanzirkulation ebenso wie Beobachtungs- und Auswerte-Methodiken der Ozeanographie. Regional wurden die Küsten, der polare und tropische Ozean abgedeckt. Die kleinskalige Physik des Ozeans und die damit verbundene Vermischung, Aspekte der operationellen Ozeanographie sowie die biochemische Ozeanographie rundeten das Programm ab. Deutsche und internationale Experten hielten die 14 Vorlesungen und standen für Fragen und informelle Diskussionsrunden teilweise während der gesamten Woche zur Verfügung. Ein Abendvortrag gab die Gelegenheit, über nachhaltige Entwicklung der Ozeannutzung zu diskutieren: Dirk Messner, Direktor des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik, berichtete auf seiner Rückreise vom G20-Treffen in Hamburg über Ansätze zur Implementierung der globalen nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs).

 

Die Teilnehmenden hatten Poster über ihre Arbeit mitgebracht und beschäftigten sich außerhalb der Vorlesungsblöcke in multidisziplinären Kleingruppen mit fiktiven Aufgaben wie „Was würde passieren, wenn die Erdrotationsachse rechtwinklig zur derzeitigen Rotationsachse ausgerichtet wäre?“ (sog. Super-Probleme). Die über mehrere Tage entwickelten Lösungsideen wurde am letzten Abend mit Hilfe von künstlerischen Methoden sehr kommunikativ und kurzweilig vorgestellt. Der Austausch untereinander und die neu geknüpften Kontakte werden den Teilnehmern auch in der Zukunft nützlich sein. Wir alle haben viel gelernt über die Physik des Ozeans, über naturwissenschaftliche Forschung, über Karrierewege und regionale Unterschiede in der Ausbildung, der Forschungsinfrastrukturen und Anwendung der Forschungsergebnisse.

 

Zum Erfolg der Sommerschule trugen die gute Ausstattung (Hörsaal, Garten und Lichtenberg-Keller) und Organisation des Zentrums bei, die bei allen großen Anklang fanden. Im Namen aller Teilnehmenden danken wir der Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung für ihre großzügige Förderung sowie dem Kieler Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“ für die Unterstützung bei der Organisation der Sommerschule.

 

Prof. Dr. Martin Visbeck, GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel und Universität Kiel; Prof. Dr. David Marshall, University of Oxford