• Die 1963 gegründete Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung ist eine private Stiftung des bürgerlichen Rechts zur Förderung der Forschung und Ausbildung auf dem Gebiet der Naturwissenschaften.

  • Seminar im „WE-Heraeus-Hörsaal“ des Physikzentrums Bad Honnef. Die Reihe „WE-Heraeus-Seminare“ ist das Flaggschiff im Förderprogramm der Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung.

  • Die Stiftung fördert Lehrerfortbildungen zur Teilchenphysik, Quantenphysik oder Astronomie, die z.B. am XLAB in Göttingen durchgeführt werden.

  • Schüler-Observatorium auf dem Dach eines Gymnasiums: An 6 identischen Teleskopen kann eine komplette Klasse Sterne und die Sonne beobachten. Ein Beitrag der Stiftung zum modernen Physikunterricht.

  • Die Stiftung initiiert und finanziert Buchproduktionen zur Verbreitung von Faktenwissen über gesellschaftlich bedeutende Themen (für SchülerInnen) sowie zur Ausbildung von LehrerInnen.

657. Wilhelm und Else Heraeus-Seminar

Quantum Correlations in Space and Time

 

Die Untersuchung von Quantenkorrelationen ist aus grundlegender Sicht notwendig, um ein besseres Verständnis für die Möglichkeiten zu bekommen, wie Korrelationen im Rahmen der Quantenmechanik realisiert werden können. Darüber hinaus bildet sie auch einen Ausgangspunkt für die Entwicklung neuer Anwendungen in der Quanteninformationstheorie. Dieses Seminar, welches vom 10. – 13. Dezember 2017 im Physikzentrum Bad Honnef mit rund 60 Physikerinnen und Physikern aus 15 Ländern und vier Kontinenten stattfand, beleuchtete verschiedene Aspekte von Quantenkorrelationen wie Bell-Nichtlokalität, „Steering“, Verschränkung und zeitliche Korrelationen.

 

So wurde zum Beispiel eine spezielle Klasse von verschränkten Vielteilchen-Zuständen, die „absolutely maximally entangled states“, diskutiert und teilweise durch Anschauungsmaterial „begreifbar“ gemacht. Da es experimentell von großer Bedeutung ist, Verschränkung in Vielteilchen-Systemen zu detektieren, griffen Präsentationen verschiedene Methoden dazu auf. Weitere diskutierte Themen waren „Steering“ in Post-Quantum-Theorien sowie die Frage, wie sich Quantenteleportation als Korrelation auffassen lässt und mit Bell-Nichtlokalität und „Steering“ in Zusammenhang steht. Eine präsentierte allgemeine Methode erlaubt es, lokale Modelle mit verborgenen Parametern zu konstruieren. Diese liefert ein besseres Verständnis darüber, welche Zustände keine Bell-Ungleichung verletzen können und damit Bell-lokal sind. Zeitliche Korrelationen wurden ebenso behandelt wie der Zusammenhang zwischen „Zeitreisen“ und Quantencomputern.

 

Nicht nur während der Postersitzungen, sondern auch in den Pausen und nach den Vorträgen wurde viel und angeregt diskutiert. Insbesondere der lebhaften Austausch zwischen Sprechern und Teilnehmern, die interessanten Vorträge sowie die angenehme Atmosphäre im Physikzentrum Bad Honnef wurden im durchgehend positiven Feedback hervorgehoben. Wir möchten an dieser Stelle der WE-Heraeus-Stiftung für die großzügige Unterstützung und die exzellente Organisation unseren Dank aussprechen. 


Dr. Cornelia Spee, Dr. Ana Cristina Sprotte Costa, U Siegen