The Green’s Function Approach to Multiple Scattering Theory in Electronic Structure and Spectroscopies

Les Houches - WE-Heraeus Physics School

Bericht

30 Aug - 10 Sep 2021

Where:

École de Physique des Houches, Les Houches, F

Scientific organizers:

Dr. Didier Sébilleau, U Rennes, France • Prof. Dr. Ján Minár, U West Bohemia, Czech Republic • Prof. Dr. Hubert Ebert, LMU München

Bericht

Wegen der anhaltenden Corona-Pandemie konnte die Sommerschule, die ursprünglich für die zweite Septemberhälfte 2020 im französischen Les Houches geplant war, erst vom 30.8 bis 10.9.2021 stattfinden. Aus demselben Grund hat das Tagungszentrum ein strenges Hygienekonzept vorgegeben, das für die Teilnehmer für die Anreise einen aktuellen PCR-Test oder eine abgeschlossene Impfung sowie zwei Selbsttests während der Veranstaltung vorsah. Zudem konnten statt 70 nur maximal 40 Teilnehmer gleichzeitig anwesend sein. Um den abgewiesenen Interessenten –  es gab insgesamt über 100 Anmeldungen – dennoch die aktive Teilnahme an der Schule zu ermöglichen, wurden das ganze Programm per YouTube und Zoom live übertragen. Zudem wurden die aufgezeichneten Vorträge und die zugehörigen Folien den Teilnehmern zugänglich gemacht. Außerdem sollen im Verlagshaus Springer die gesammelten Beiträge in Buchform erscheinen.

Im ersten Teil der Schule (4 Tage) führten zunächst eine Reihe von Vorträgen in die Grundlagen der Vielfachstreutheorie (multiple scattering theory - MST) sowie die entsprechenden mathematischen und numerischen Techniken ein. Die Betonung lag dabei auf dem direkten Zugang zur elektronischen Greenschen Funktion und deren vorteilhaften Eigenschaften bei der Beschreibung physikalischer Eigenschaften. Weitere Vorträge behandelten eine Reihe entsprechender Anwendungen, wobei der Schwerpunkt gemäß der Zielsetzung der Schule auf der Elektronenspektroskopie lag. Dies beinhaltete die Berücksichtigung von Vielteilchen- und relativistischen Effekten sowie die Beschreibung zeitabhängiger Experimente am Beispiel der Photoelektronenspektroskopie. Weitere Vorträge gaben zunächst einen Überblick über verschiedene MST-basierte Computerprogramme für die Berechnung von Rumpfniveauspektren (FEFF, MXAN, FPMS).

Der zweite Teil der Schule war praktischen Übungen zu den Programmpaketen ASE, SPR-KKR, MSspec und GNXAS gewidmet. Dabei wurden zunächst deren Möglichkeiten demonstriert und dann die Teilnehmer mit der Unterstützung von Tutoren in ihre Handhabung eingeführt. Die Teilnehmer nutzten dazu einen Rechencluster der Universität Pilsen, auf den sie mit ihren eigenen Laptops und dem Kommunikationsprogramm x2go zugreifen konnten.

Während der Schule wurde großer Wert auf eine aktive Beteiligung der Teilnehmer gelegt. Dies schloss die Präsentation eigener Arbeiten durch ein Poster oder einen Vortrag ein. Neben den Diskussionen in den Pausen hatten die anwesenden und on-line Teilnehmer im Rahmen von Fragestunden die Möglichkeit, weitergehende Fragen an die anwesenden Sprecher zu stellen bzw. gemeinsam zu diskutieren, was diese auch erfreulich rege nutzten. Umso bedauerlich war es daher, dass nicht alle Sprecher vor Ort sein konnten und somit auf Zoom ausweichen mussten.

Da während der Schule nur nicht-kommerzielle Software vorgestellt wurde, können die Teilnehmer diese auch weiterhin für ihre Arbeiten nutzen. Um zukünftige vergleichbare Veranstaltungen noch gewinnbringender durchführen zu können, wurden unter allen Teilnehmer eine Umfrage durchgeführt. Bedingt durch die sehr unterschiedlichen Vorkenntnisse der Teilnehmer, waren offensichtlich für einige von ihnen manche der Vorträge zu fortgeschritten angelegt. Insgesamt fiel die Gesamtbewertung – trotz der Corona-bedingten Einschränkungen – jedoch sehr positiv aus.

Dr. Didier Sebilleau, CNRS Rennes, Frankreich
Prof. Dr. Jan Minar, Universität Pilsen, Tschechien
Prof. Dr. Hubert Ebert, LMU München