WE-Heraeus-Seminare

Die Organisation wissenschaftlicher Seminare ist die älteste und prominenteste Förderaktivität der Stiftung. Das Programm existiert seit 1975 und hat bisher über 40.000 Teilnehmer zusammengeführt, rund 40 Prozent davon aus dem Ausland.

Die Seminarthemen überdecken alle Bereiche der modernen Physik einschließlich ihrer Grenzgebiete. WE-Heraeus-Seminare haben die jeweilige Forschungsfront eines Fachgebietes zum Gegenstand und sind international ausgerichtet. Markenzeichen der Workshop-artigen Treffen sind eine ungezwungene Atmosphäre und viel Raum für Diskussionen und persönliche Kontakte. Mit diesen Merkmalen unterscheiden sich WE-Heraeus-Seminare deutlich von wissenschaftlichen Konferenzen.

Tagungsort ist in der Regel das Physikzentrum Bad Honnef, die durchschnittliche Teilnehmerzahl liegt bei 65, die typische Dauer bei drei Tagen. 

WE-Heraeus-Seminare werden von einem oder mehreren Wissenschaftlern/innen nach von der Stiftung vorgegebenen Richtlinien beantragt. Nach Begutachtung und Empfehlung durch den Wissenschaftlichen Beirat entscheidet der Stiftungsvorstand über die Genehmigung. Durchgeführt werden die Seminare von der Stiftung in enger Zusammenarbeit mit dem/der Antragsteller/in (d.h. der wissenschaftlichen Leitung).

 

Binationale WE-Heraeus-Seminare

Angesichts einer immer weiter verbreiteten Skepsis gegenüber Europa haben die Stiftungsgremien 2017 beschlossen, mit dem neuen Format der binationalen Wilhelm und Else Heraeus-Seminare ein kleines Zeichen dafür zu setzen, dass Wissenschaft international und Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg essenziell ist. Gemeinsame Veranstaltungen mit den Nachbarländern Frankreich, England und Polen sollen insbesondere dazu dienen, existierende Kooperationen zu stärken oder neue zu initiieren. In Absprache mit der DPG, die zu den Physik-Fachgesellschaften dieser Länder enge Beziehungen pflegt und mit ihnen gemeinsam Preise verleiht, sollen grundsätzlich die Preisträgerinnen und Preisträger der bilateralen Preise als wissenschaftliche Organisatoren gewonnen werden, und zwar abwechselnd die ausländischen Preisträger für ein Seminar im Physikzentrum Bad Honnef, die deutschen Preisträger für ein Seminar an einem geeigneten Ort im Ausland. Ansonsten sollen die Seminare formale Kriterien analog zu den WE-Heraeus-Seminaren erfüllen.

Die ersten binationalen WE-Heraeus-Seminare finden 2019 statt: 

French-German WE-Heraeus-Seminar: Novel Physics in Living Systems?

Polish-German WE-Heraeus-Seminar: Coherence in Fermionic Matter: Fermion Pairing in Cold Atoms and Superconductors

British-German WE-Heraeus-Seminar: Skyrmions in Magnetic Materials