Multimessenger Astrophysics and Cosmology
WE Heraeus Physics School und 62. Karpacz Winter School in Theoretical Physics
28 Feb - 06 Mar 2026
Where:
Hotel Artus Karpacz, Poland
Scientific organizers:
Prof. Dr. Armen Sedrakian, FIAS Frankfurt ∗ Prof. Dr. David Blaschke, U Wroclaw, Poland & HZDR/CASUS Görlitz ∗ Prof. Dr. Volker Springel, MPA Garching
Bericht
Vom 28. Februar bis 6. März fand mit dieser WE-Heraeus-Schule zugleich die 62. Karpacz Winterschule für Theoretische Physik statt. Eingebettet in die Landschaft des Riesengebirges, bot das Artus-Hotel einen idealen Rahmen für intensiven wissenschaftlichen Austausch. Das Thema der Schule spiegelt den aktuellen „Zeitgeist“ der Astrophysik wider: das Zusammenspiel verschiedener kosmischer Boten – von Gravitationswellen bis hin zur elektromagnetischen Strahlung.
Die Schule brachte ein internationales Feld von Doktoranden und jungen Post-Docs zusammen, darunter Teilnehmende aus führenden Zentren wie den Universitäten in Frankfurt, Darmstadt und Potsdam sowie aus dem Gastgeberland Polen (Warschau, Wrocław). Darüber hinaus waren junge Forschende aus weiteren europäischen Ländern wie Frankreich, den Niederlanden, Italien, Rumänien und Portugal vertreten, ebenso aus benachbarten Regionen, etwa aus der Türkei und Armenien.
Ein thematischer Schwerpunkt war die Zukunft der Gravitationswellenastronomie. Neben Perspektiven der nächsten Detektorgeneration, insbesondere des Einstein-Teleskops, standen numerische Simulationen kompakter Objekte im Fokus. Die Vorträge zeigten, wie sich aus Gravitationswellensignalen Rückschlüsse auf die Eigenschaften dichter Materie in Neutronensternen gewinnen lassen. Übungen und interaktive Formate ermöglichten zudem einen direkten Zugang zu aktuellen Methoden.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Multimessenger-Kosmologie, einem Feld im Umbruch. Im Zentrum stand die Hubble-Spannung – die Diskrepanz zwischen verschiedenen Messungen der kosmischen Expansionsrate. Diskutiert wurden mögliche systematische Effekte ebenso wie neue physikalische Erklärungsansätze. Dabei wurden auch primordial erzeugte Magnetfelder als möglicher Beitrag zur Auflösung dieser Spannung hervorgehoben.
In seinem breit angelegten Vortrag fasste Günther Hasinger, Direktor des neu gegründeten Deutschen Zentrums für Astrophysik in Görlitz, die rasanten Fortschritte der beobachtenden Astronomie in einem Gesamtbild zusammen. Dabei hob er auch die strategische Bedeutung des nicht weit entfernten Standorts Görlitz hervor, insbesondere im Hinblick auf zukünftige Großprojekte wie das Einstein-Teleskop sowie die zentrale Rolle des Zentrums für die Weiterentwicklung der Multimessenger-Astrophysik.
Zwischen den Vorträgen der eingeladenen Expertinnen und Experten fanden mehrfach Blöcke mit Kurzpräsentationen der Teilnehmenden statt. Diese lebhaften Beiträge boten nicht nur Raum für intensive Diskussionen, sondern machten auch die große thematische Vielfalt der aktuellen astrophysikalischen Forschungslandschaft sichtbar – von theoretischen Ansätzen bis hin zu datengetriebenen Beobachtungsstudien.
Die Schule vermittelte nicht nur aktuelles Fachwissen, sondern auch ein klares Bild davon, wie eng Theorie, Simulation und Beobachtung in der modernen Astrophysik miteinander verzahnt sind.
Die Veranstalter danken herzlich der WE-Heraeus-Stiftung für die großzügige Unterstützung dieser Schule. Ohne ihr Engagement wäre die Durchführung einer Veranstaltung in dieser Form und Qualität nicht möglich gewesen.
Prof. Dr. Armen Sedrakian, FIAS Frankfurt
Prof. Dr. David Blaschke, U Wroclaw, Polen und HZDR/CASUS Görlitz
Prof. Dr. Volker Springel, MPA Garching