11th International Neutrino Summer School

WE-Heraeus Summer School

Bericht

21 May - 01 Jun 2018

Where:

Schloss Waldthausen - Mainz

Scientific organizers:

Prof. S. Böser • Prof. J. Kopp • Prof. M. Wurm, U Mainz

Bericht

Großexperimente aus dem Bereich der Neutrinophysik gehören mittlerweile zu den Flaggschiffen der Teilchenphysik, insbesondere in Asien und Nordamerika. Komplementär dazu liefern eine Vielzahl kleiner und mittelgroßer Experimente einen stetigen Strom neuer und manchmal überraschender Daten. So ist es nur folgerichtig, dass bereits vor zehn Jahren die jährliche International Neutrino Summer School etabliert wurde, um die nächste Generation an Neutrinophysikern auszubilden.

In diesem Jahr wurde die Schule von den Neutrinophysik-Arbeitsgruppen der Johannes Gutenberg-Universität Mainz mit Unterstützung der Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung im malerisch gelegenen Schloss Waldthausen bei Mainz ausgetragen. In wissenschaftlich exzellenten und didaktisch geschickt aufgebauten Vorlesungen lernten die ca. 50 Jungwissenschaftlerinnen und Jungwissenschaftler aus 14 Ländern ein breit gefächertes Themenspektrum, von den quantenmechanischen Grundlagen der Neutrinooszillationen, über Neutrino-Astrophysik und Kosmologie, bis hin zu modernen Detektortechnologien und statistischen Analysemethoden kennen. Höhepunkte waren dabei u.a. die Vorlesung von Nobelpreisträger Takaaki Kajita (Institute for Cosmic Ray Research, Tokyo) und ein Film- und Diskussionsabend über das Leben und die Neutrinophysik am Südpol während des antarktischen Winters.

Ergänzend zu den Vorlesungen veranstalteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Poster-Session und arbeiteten in Kleingruppen an Mini-Projekten. Durch ihr außergewöhnliches Engagement erzielten sie dabei trotz der Kürze der Zeit beeindruckende Ergebnisse, die sie am Ende der Schule in Kurzvorträgen vorstellten. Das Themenspektrum umfasste z.B. die Simulation eines Neutrinooszillationsexperiments, die Rekonstruktion von Ereignissen in einem Flüssigszintillationsdetektor und die Frage, welche Bedeutung ein Neutrinodetektor für den Kapitän eines atomgetriebenen U-Bootes haben könnte.

Das Rahmenprogramm der Schule bestand z.B. aus einem Pub Quiz, einem Karaoke-Abend und gemeinsamen Exkursionen in die malerische Landschaft des Mittelrheintales, ins historische Mainz und zum Teilchenbeschleuniger MAMI an der Johannes Gutenberg-Universität.

Nach zwei lehr- und ereignisreichen Wochen ging es für manche Teilnehmer gleich weiter zu der direkt im Anschluss in Heidelberg stattfindenden International Conference on Neutrino Physics and Astrophysics – der wichtigsten Konferenz der Neutrino-Community und mit 800 Teilnehmern ein weiterer Beleg dafür, dass Neutrinos dank mehrerer spektakulärer und mit mittlerweile vier Nobelpreisen gewürdigten Entdeckungen aus der Teilchen- und Astroteilchenphysik nicht mehr wegzudenken sind.

Prof. Dr. Sebastian Böser, Prof. Dr. Lutz Köpke, Prof. Dr. Joachim Kopp, Prof. Dr. Michael Wurm, JGU Mainz